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Brenda Hampton, Executive Producer und Erfinderin von '7th Heaven', kommt nicht wie ein
typischer, extrem gestreßter Serien Produzent herüber. Bequem auf der Couch in ihrem Büro
in Santa Monica sitzend wirkt Hampton ausgeruht und nicht allzu sehr besorgt darüber, die nebenan
stattfindenden Dreharbeiten gerade nicht bis ins kleinste Detail managen zu können.
Diese einfallsreiche Tochter eines Fernsehtechnikers aus Atlanta hat die erfolgreiche the WB
Familienserie geschaffen, als sie selbst Single und kinderlos war.
Rachel Fischer sprach mit Hampton über die Entstehung der Camdens und wie sie sich den Erfolg
erklärt.
The Hollywood Reporter: Wie ich hörte, war das Konzept für '7th Heaven' nicht von langer Hand
geplant?
Brenda Hampton: Nein. Mein Agent rief mich an und fragte mich, ob ich ein Treffen mit Aaron
Spelling wolle. Obwohl ich zu der Zeit Überstunden (als Supervising Producer) für die 5. Staffel
von 'Verrückt Nach Dir' fuhr, wollte ich Aaron Spelling unbedingt treffen. Einen Abend vor dem
Termin saß ich zuhause und erdachte mir die Story. Als ich am nächsten Tag in Aarons Büro ging,
rutschte er mit seinem Stuhl Knie-an-Knie vor mich und setzte alles daran, dass ich mich wohl
fühlte. Ich versuchte ihm mein Konzept nahezubringen und es gefiel ihm sofort. Wir riefen dann
gleich bei the WB an und wenn ich mich recht entsinne, sagten die noch am selben Tag zu.
THR: Woher stammte die Idee zu '7th Heaven'?
Brenda: Ich bin in den 50er Jahren mit Serien wie 'Father Knows Best' oder 'Leave it to Beaver'
aufgewachsen. Und an diesen Shows habe ich mich orientiert. Sie laufen selbst heute nach vielen
Wiederholungen noch ziemlich gut.
THR: Eine TV Familie zu erschaffen scheint sich auch auf ihr Privatleben ausgewirkt zu haben. Sie haben inzwischen eine eigene Familie gegründet.
Brenda: Vor drei Jahren habe ich ein kleines Mädchen aus Vietnam adoptiert -Ich war zu dem
Zeitpunkt Single- und ein Jahr darauf habe ich ihren Lehrer geheiratet. Wir drei haben erst vor
kurzem einen Jungen aus Russland adoptiert. Er ist sehr aufgeregt heute auf dem Set sein zu
dürfen.
THR: Hat sie die direkte Erfahrung Ehefrau und Mutter zu sein in ihrem Schreibstil beeinflußt?
Brenda: Nein. Ich bin keine ideale Mutter (wie Annie), nur eine Mutter.
THR: Was ist das Geheimnis ihres Erfolges?
Brenda: Niemand hat eine solch ideale Familie und deswegen stört es keinem, eine Stunde in der
Woche mit ihnen zu verbringen. Eine Familie die so zusammenhält ist genauso Science Fiction wie
"Akte X". Das ist der Spaß daran.
THR: Einige Kritiker bezeichnen die Serie als einziges Beispiel für eine familienfreundliche
Sendung in einer morallosen TV Landschaft voller Sex und Gewalt.
Brenda: Als ich die Show schrieb wollte ich mich in erster Linie nicht blamieren. Es ist kein
Handbuch für Erziehung. Ich bekomme Anrufe von Leuten, die sich über Geschehnisse in der Show
richtig aufregen. Aber es ist nur eine Geschichte - eine fiktive Familie in einer fiktiven Stadt.
Wir haben diese Illusion geschaffen und die Leute haben sie in ihr Herz geschlossen. Ich hoffe
man nimmt uns nicht zu ernst, wir wollen keine Moral predigen. Ich habe keine politische Agenda
oder eine religiöse Einstellung, die ich mit '7th Heaven' propagieren will.
Wenn wir etwas darstellen, das in verschiedensten Familien der Wahrheit entspricht - großartig!
THR: Alle sagen hier, das wäre das beste Set auf dem sie je gearbeitet haben. Wieso?
Brenda: Vor Jahren sagte Don Reo von "Blossom"(wofür ich als Produzentin gearbeitet habe), die
Zauberformel für eine erfolgreiche Show wäre, "lass die Autoren schreiben, die Schauspieler
schauspielern, die Produzenten produzieren, die Regisseure Regie führen und die Crew die harte
Arbeit machen"! Jede Gruppe respektiert die andere. Die Schauspieler geben mir keine
Änderungswünsche, zum Beispiel. Ich war bei zu vielen Shows, wo das Skript am Montag (bevor es
von allen auseinandergenommen wurde) besser als das war, was am Freitag gedreht wurde. Wir
arbeiten hart daran, dass das Drehbuch gut genug ist, damit der Sender sich nicht einmischen
muss. Außerdem, Catherine und Stephen sind wie Eltern zu den jüngeren Schauspielern, das verleiht
dem ganzen einen familiären Touch. Ein sehr harmonisches Set.
THR: Was können sie uns über die Zukunft der Camdens verraten?
Brenda: Ich will nicht viel sagen, weil wir uns in letzter Minute vielleicht noch umentscheiden.
Wir haben vor Chaz Lamar Shepherd(John Hamilton) eine größere Rolle zu geben. Und es gibt eine
sehr berührende Folge über ein Thema das meines Wissens noch nie angesprochen wurde - wie es ist
ein Teenager mit chronischer Akne zu sein. Und ich hoffe, dass die Stars der Serie noch lange
genug dabei bleiben, so dass wir noch einen der Kinder unter die Haube bringen können.
Ihre Favoriten
Brenda Hampton ist vielleicht eine der seltenen Autoren, die mit ihrer Arbeit ziemlich zufrieden
sind. Doch sie gibt zu, dass ihr einige Episoden des beliebten Familienserie besser als andere
gefielen. Brenda erzählt welche ihre Lieblingsfolgen aus den ersten 5 Staffeln der Serie sind.
Die Pilot Folge (1996). "Ich dachte wir hatten von Anfang an etwas besonderes," sagt Hampton über den Piloten, der den damals siebenköpfigen Clan der Welt vorstellte. In einem
Nebenhandlungsstrang wurde Matt Camden (Barry Watson) von der Oscar Nominierten Eileen Brennan
(als Mrs. Bink) eine Lektion über die Gefahren des Rauchens gelehrt. "Solch eine Legende schon
für die erste Folge verpflichten zu können war unglaublich. Und jetzt in der 100. ist sie wieder
dabei!" erzählt eine begeisterte Hampton.
Die Weihnachts Folge (1998). Als der Geist der Weihnacht den finanziell eingeschränkten
Camden-Haushalt überkommt, verkaufen alle Camdens einige ihrer liebsten Habseligkeiten, um den
anderen Geschenke kaufen zu können - mit witzigen Resultaten. "Es ist einfach eine klassische
Camden-Situation", so die Produzentin. "Es wäre schwer das zu toppen, deswegen haben wir seitdem
nicht viel über Weihnachten gemacht."
Die Geburt der Zwillinge (1999). Diese Episode die zeigt, wie die verschiedenen
Familienmitglieder darauf reagieren, als eine hochschwangere Annie Camden mit
Wehen ins Krankenhaus gebracht wird, bekommt Bestnoten von Hampton. "Das war eine süße Folge". Das Ende der Folge -in der alle Camdens die Neugeborenen und ihre erschöpfte Mutter mit einer
Darbietung des Theme Songs der "Mary Tyler Moore Show" zelebrieren- war inspiriert von Hamptons eigener Begeisterung für die brünette TV Heldin.
Marys Rebellion (2000). Diese Storyline, die über mehrere Episoden lief, hat ihren Höhepunkt mit
dem Auszug der ältesten Tochter Mary Camden (Jessica Biel). Sie verfolgt Marys Probleme nach
ihrer Entscheidung nicht aufs College zu gehen. Als sie beginnt mit Alkohol und Drogen zu
experimentieren und es verpasst ihre Rechnungen zu bezahlen, wird der ganze Camden Clan mit
hineingezogen. Das Endresultat sind eine Handvoll Episoden auf die Hampton besonders stolz ist,
obgleich das Drehen nicht gerade leicht war. "Wir haben durch die Pause im letzten Jahr
gearbeitet, um das meiste aus Jessie herauszuholen bevor sie Ende August aufs College ging. Wir
haben sieben Folgen außerhalb der Reihe gedreht um das zu schaffen, aber ich denke das war es
wert." Hampton ist auch stolz auf die darauf folgenden Episoden, in der die Camdens so ihre
Schwierigkeiten haben mit Marys Abwesenheit umzugehen - alle bis auf Simon,
der glaubt, der Ruf seiner Schwester könnte ihm zu einem Imagewechsel verhelfen.
"Es gab nur eine Episode, mit der ich nicht zufrieden bin," sagt Hampton abschließend und
nimmt aber sofort ihre Kreation in Schutz. "Aber ich werde ihnen nie verraten welche das ist."
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